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Eine Gruppe Interessierter formiert sich und sagt: Es geht los mit unseren Jungs! Dies erscheint zunächst als eine Frage, die eine Zielgruppe betrifft, die in den
letzten Jahren, wenn nicht sogar Jahrzehnten völlig am Rande gestanden hat; ja, die eine oder der andere mag allein in diesem Ansatz einen politisch unkorrekten Gedanken erkennen, weil man sich hier mit einer Art
Menschen beschäftigen soll, deren Nutzwert einst als der eines Fahrrades für einen Fisch beschrieben wurde. Jungs sind letztlich nichts Besseres als heranwachsende Männer - und damit ist für viele schon alles gesagt,
was es zu sagen gibt. Der Bildungssektor hat hier in seiner jüngeren Geschichte keine Ausnahme gemacht, peinlich genau wurde die unterpriviligierte Lage der Mädchen in ihren Problemen eruiert und eifrig
nach Abhilfen gesucht. Die Jungen würden schon ohnehin irgendwie klarkommen, wenn nicht, dann wäre dies eben der historische Ausgleich für die lange Zeit der patriarchalischen Unterdrückungssysteme, Kollateralschäden
der längst fälligen Umstrukturierung der Gesellschaft. Die Erfolge emanzipatorischen Strebens sind heute in der Tat unübersehbar und durchaus positiv zu bewerten: Der Mädchenanteil in höheren
Bildungsgängen hat sich drastisch erhöht, ihre in Zensuren zu messenden Erfolgsquoten liegen statistisch belegbar erheblich über denen der Jungen, ihre Zugangschancen zur akademischen Führungspositionen sind besser denn
je, wenngleich immer noch nicht optimal. Demgegenüber sprechen die Zahlen Jungen betreffend eine andere Sprache: Sie stellen den größten Teil derjenigen, die in diesem Bildungssystem offenkundig den
Anschluss verlieren und damit auch mit größter Wahrscheinlichkeit diejenigen sind, die in der Gesellschaft der Zukunft zu einem gefährdeten und gefährlichen Potenzial heranwachsen. Vor diesem Hintergrund
hat sich in unserer Schule auf Initiative aus der Elternschaft (!) eine Projektgruppe bestehend aus Eltern, Lehrkräften und leider noch recht wenigen Schüler/innen konstituiert, die insbesondere (aber nicht nur!) aus
ihren Erfahrungen als Eltern von Söhnen und Lehrer/innen von Jungen die grundsätzliche Frage stellte:
o Was ist los mit unseren Jungs?
Um nach weiteren Schritten zu erklären:
- So geht es weiter mit ihnen an der Cäcilienschule.
Seit etlichen Monaten trifft sich dieser offene Kreis von Interessierten, der sein Tun selbstverständlich nicht als gegen die
Interessen von Mädchen und Frauen versteht (ganz im Gegenteil profitieren sie genau so viel davon), sondern der die Jungen ins Visier nimmt, um deren Chancen es in dieser und für diese Gesellschaft geht.
Auf den folgenden Seiten wird versucht,
- in einer Art Bestandsaufnahme das Problem zu umreißen,
- die Meinung von Fachleuten, die wir auf unseren Treffen dankenswerterweise hören durften, darzulegen
- den Stand unserer Bemühungen wiederzugeben, mit dem Thema praxisorientiert umzugehen.
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